Geschichte | Geographie | Wirtschaft | Gesellschaft
Vincent Reuter, 2007 | Basel, BS
Diese Arbeit untersucht, wie eine urbane Seilbahn in Basel aussehen könnte und ob diese Sinn machen würde. Hierfür wurde die Arbeit in drei Teile eingeteilt: Routenführung, Seilbahnsystem und das Stationsdesign. Schlussendlich wurde die Sinnhaftigkeit des Projektes diskutiert. Auch wurde eine Broschüre designt, welche das Projekt greifbar machen soll.
Für die Routenwahl wurden mehrere Strecken in der Agglomeration Basel mithilfe verschiedener Kriterien verglichen. Die Route von Muttenz nach Grenzach war hier die sinnvollste Strecke.
Danach wurde das passende Seilbahnsystem evaluiert. Hier wurden zunächst Anforderungen aufgestellt und verschiedene Systeme verglichen. Hier zeigte sich, dass eine kuppelbare Einseilumlaufbahn (10-MGD) am sinnvollsten ist.
Im letzten Kapitel wurde ein Stationskonzept entworfen. Auch hier wurden zunächst Anforderungen aufgestellt und verschiedene Ideen verglichen. Am sinnvollsten war hier ein modulares Stationskonzept. Um die Station besser visualisieren zu können wurde von diesem ein Modell gebaut.
In der Diskussion wurde die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit bewertet. Hierbei ergab sich, dass diese Seilbahn sinnvoll sein könnte. Jedoch wäre das Projekt wahrscheinlich politisch schwierig umsetzbar und möglicherweise nicht rentabel.
Fragestellung
Es sollte eine Seilbahn in Basel entwickelt, und dazu eine Broschüre, und ein Modell gebaut werden. Hierfür wurden folgende Fragen gestellt:
– Wie würde eine urbane Seilbahn in Basel konkret aussehen? (Routenführung, System und Stationen)
– Würde diese Seilbahn in Basel einen Mehrwert bieten?
– Sind urbane Seilbahnen generell sinnvolle Verkehrsmittel?
Methodik
Routenführung:
Zuerst wurden verschiedene Routen gewählt, indem potenziell wichtige Knotenpunkte verbunden wurden.
Dann wurde eine gewichtete Bewertungsmatrix, mit verschiedenen Kriterien, aufgestellt: Dauer, ÖV-Anbindung, Länge, Topologie, Schwierigkeiten, Frequenz ÖV, Nachfrage. Anhand dieser Kriterien wurde die sinnvollste Route evaluiert.
Seilbahnsystem:
Zunächst wurden Anforderungen aufgestellt, welche das System erfüllen muss: Förderleistung, Windgeschwindigkeit, Mastenabstand, Energieverbrauch, Kosten.
Danach wurden verschiedene Seilbahnsysteme mithilfe dieser Anforderungen verglichen.
Station:
Auch hier wurden Bedingungen aufgestellt: Umsteigemöglichkeiten, Personenkapazitäten, Kompaktheit, Begegnungsort, Erhöhung, Barrierefreiheit, Vielfältigkeit
Danach wurden drei Konzepte entwickelt und anhand der Anforderungen das Sinnvollste evaluiert.
Ergebnisse
Für die Routenführung hat sich die Strecke von Muttenz nach Grenzach durchgesetzt. Vor allem in den Bereichen Dauer, Länge und geringe politische Schwierigkeiten schneidet diese besonders gut ab. Die Seilbahn hat in keiner Kategorie sehr schlecht abgeschnitten. Das schlechteste Kriterium war die Nachfrage und selbst dort war die Route nur etwas unter dem Durchschnitt.
Das geeignetste Seilbahnsystem für die gewählte Route ist das 10-MGD System (kuppelbare Einseilumlaufbahn). Dieses System erfüllt alle Anforderungen und ist zudem die energieeffizienteste und kostengünstigste Lösung. Zudem kommt das System bereits in vielen Städten erfolgreich zum Einsatz.
Für die Station wurde ein modulares Konzept gewählt, das kompakt, barrierefrei und vielseitig einsetzbar ist. Die Station liegt erhöht über dem bestehenden Verkehr und bietet so gute Umsteigemöglichkeiten. Nachteile dieser Station könnten sich jedoch in der Personenkapazität zeigen.
Diskussion
Die Vorteile einer urbanen Seilbahn in Basel sind unter anderem:
Sicherheit: Weniger Verletzungen und Todesfälle verglichen mit anderen Verkehrsmittel
Komfort: Kurze Wartezeiten und stressfreies Ein- und Aussteigen
Ökologische Nachhaltigkeit: Geringer Flächenbedarf und niedrigerer CO2-Ausstoss als Trams/Busse
Kürzere Reisezeiten: 84% schneller als der bestehende ÖV
Jedoch bringt die Seilbahn auch einige Nachteile mit sich:
Ausfälle: Potenzielle Ausfälle durch starken Wind
Rechtliche Einschränkungen: Komplizierte Genehmigungsverfahren und Vorschriften können solche Projekte verzögern oder verhindern
Nicht rentabel: Möglicherweise Nachfrage nicht gross genug, kann dazu führen, dass Kosten nicht gedeckt werden
Schlussfolgerungen
Urbane Seilbahnen können generell eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden ÖV bieten. Sie sind eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Verkehrsmitteln.
Auch im Fall von Basel könnte die Seilbahn einige Vorteile mit sich bringen. Jedoch ist das Projekt wahrscheinlich durch die politischen Schwierigkeiten, die gesellschaftliche Akzeptanz, wie auch der möglicherweise geringen Rentabilität in der Praxis schwierig umzusetzen.
Würdigung durch den Experten
Tim Cotti
Die Diskussion und die Verbesserungsvorschläge aus dem Halbfinale wurden sauber erfüllt. Hinzu kamen Ideen, welche damals nicht besprochen wurden aber ausgezeichnete Ergänzungen bilden (Monte-Carlo).
Teilweise ist der Bericht noch etwas schwer lesbar, weil er etwas viele Querreferenzen enthält, welche den Lesefluss stören (Welches ist jetzt nochmals Route 14? Was war die Formel für dieses Kriterium?). Dies tut der akademischen Leistung aber nichts ab. Insgesamt ist die Arbeit sehr gelungen.
Prädikat:
Silber
Sonderpreis «Bau» gestiftet von der Stiftung bilding
Gymnasium Kirschgarten, Basel
Lehrer: Joel Sala
