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Mia Ruhstaller, 2006 | Feusisberg, SZ

 

Im Rahmen meiner Maturaarbeit habe ich mich mit der Theorie der Filmanimation auseinandergesetzt und dabei sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Aspekte vertieft. Ausgangspunkt meiner Arbeit war eine erste Auseinandersetzung mit der Theorie der Animation sowie die Analyse von drei Animationskurzfilmen. Diese theoretische Basis bildete die Grundlage für mein Hauptziel: die eigenständige Erstellung eines animierten Kurzfilms.
Dies umfasste die Ideenfindung, das Storyboard sowie das Zeichnen der Animation und das Hinzufügen von Soundelementen. Das Ergebnis ist ein eineinhalbminütiger Film, der aus über tausend handgezeichneten Bildern besteht.
Dieser kurze Zeichentrickfilm erzählt die Geschichte von zwei Personen, die in ihrer jeweiligen Welt gefangen sind und verzweifelt versuchen die Trennung zu überwinden, um zueinander zu gelangen. Der Kurzfilm hat eine abstrakte Schwarz-Weiss-Darstellung und trägt den Titel «Splitted». Der Titel ist ein Wortspiel mit dem englischen Verb «split», was «geteilt» bedeutet. Denn «Splitted» bricht mit seiner grammatikalisch falschen Form bewusst Regeln, so wie dies auch die beiden Figuren im Film tun.

Fragestellung

In meiner Arbeit setzte ich mich mit der Entstehung eines Animationskurzfilmes auseinander. Dabei beschäftigte ich mich mit gestalterischen und erzählerischen Elementen des animierten Kurzfilms und setzte diese im Rahmen eines eigenen Animationsprojekts praktisch um. Die Herausforderung bestand darin, trotz der Kürze des Films, eine Geschichte mit Spannungsaufbau und einem geschlossenen Ende zu erzählen.

Methodik

Zuerst habe ich mich mit den Grundlagen der Animation beschäftigt und drei bestehende Animationskurzfilme analysiert. Anschliessend entwickelte ich eine eigene Idee, erstellte ein Storyboard und setzte den Film selbst um. Bevor es zur Umsetzung des finalen Films kam, zeichnete ich ein Animatic, einen Filmentwurf. Der schlussendliche Animationsfilm entstand mit über 1000 handgezeichneten Bildern im 2D-Animationsprogramm Procreate Dreams. Für das Zusammenfügen der separat gezeichneten Szenen und das Hinzufügen von Soundeffekten verwendete ich Adobe Premiere Rush.

Ergebnisse

Ich habe eigenständig einen Kurzfilm aus digitalen Handzeichnungen fertiggestellt. Der Film erzählt von zwei Figuren in einer abstrakten Schwarz-Weiss-Welt. Die Grenze zwischen dem schwarzen und weissen Raum bildet eine Barriere, welche die Figuren versuchen zu durchbrechen. Nach mehreren Versuchen gelingt es ihnen schliesslich gemeinsam, diese Barriere zu überwinden und einen neuen grauen Raum zu öffnen, welcher die Existenz beider Figuren erlaubt.

Diskussion

Die Arbeit zeigte mir, wie aufwendig und zeitintensiv handgezeichnete Animation ist. Ausserdem konnte ich feststellen, dass einfache Gestaltungsmittel, wie reduzierte Farben, klare Bewegungen und gezielte Soundeffekte, bereits eine starke Wirkung entfalten können.
Rückblickend sehe ich jedoch auch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Flüssigkeit einzelner Bewegungen und der Genauigkeit der Zeichnungen.

Schlussfolgerungen

Durch die Arbeit konnte ich den gesamten Prozess eines Animationsfilms von der Idee bis zum fertigen Produkt selbst erleben. Dabei habe ich meine Fähigkeiten im Animieren deutlich verbessert und gelernt, wie wichtig Planung, Ausdauer und viele Überarbeitungen sind. Gleichzeitig hat mir das Projekt gezeigt, dass es noch viele Möglichkeiten gibt, meine Technik in zukünftigen Projekten weiterzuentwickeln.

 

 

Würdigung durch die Expertin

Michaela Müller

Zwei die zueinander wollen. Jede Figur befindet sich jedoch in einem eigenen abgeschlossenen Raum. Um sich umarmen zu können, müssen die beiden erst eine gemeinsame Sphäre schaffen, die weder schwarz noch weiss ist – eine Grauzone der Begegnung. Mia Ruhstaller schreibt, zeichnet und animiert ihre Geschichte gekonnt. Mit minimaler, ausdrucksstarker Geste schafft sie ein Kleinod von einem Animationsfilm. Den Entstehungsprozess ihres Filmes dokumentiert und analysiert sie kritisch. Das Resultat macht klar, der Aufwand hat sich gelohnt!

Prädikat:

Silber

 

 

 

Kantonsschule Ausserschwyz, Pfäffikon
Lehrerin: M.A. FHNW Fine Arts, Nadja Crola